, Locher Patrick

Trainingslager 2022

Lagerbericht TL 2022  

Pfingsten stand wieder einmal vor der Tür und so wurden fleissig die Hallenschuhe und Handballbälle poliert, Sporttaschen gepackt und ordentlich vorgeschlafen. Denn wie jedes Jahr reiste der HC Bülach mit 68 Kindern und Jugendlichen ins Sportzentrum Kerenzerberg, um während vier Tagen zu trainieren, Spass zu haben und zusammenzuwachsen. Am Freitag Abend also, pünktlich um 18:11, verliess unser Zug den Bahnhof Bülach - das Trainingslager hatte offiziell begonnen. Endlich im Sportzentrum angekommen hiess es erst einmal Taschen in der Lobby aufstapeln und Kraft fürs erste Training tanken. Wie jedes Jahr wurden wir wie Könige verpflegt, auch wenn wir uns ganz sicher sind, dass die Rezeptur der Salatsauce angepasst wurde. Danach wurden die Zimmer in der neu gebauten Unterkunft bezogen - ein beachtliches Upgrade zur Baracken-Siedlung, in jener wir letztes Jahr residierten. Kurz darauf herrschte jedoch schon wieder totenstille auf den Gängen der Residenz. Nicht etwa, weil ausnahmsweise mal alle schleifen, sondern weil zu später Stunde noch ein Einführungs-Training abgehalten wurde. Hier wurden die Kräfte im Seilziehen gemessen, dort spielte man Kastenball oder Linienball. Anschliessend wurde geduscht, die Pyjamas angezogen und so ging es nicht lange, bis die Lichter auf den (meisten) Zimmern erloschen.  

Mit einem wunderschönen Sonnenaufgang lockte der Samstag uns aus den Betten. Vor allem die älteren Teams trafen sich bereits zur frühen Stunde und gingen noch eine Runde spazieren, bevor noch mit halbgeschlossenen Augen und aufgestütztem Kopf lustlos auf den Marmelade-Brötchen herumgekaut wurde. Doch die anfängliche Müdigkeit war schnell verflogen, denn all zu bald wurden Angriff und Verteidigung, Kreuzen, Werfen, Blocken und Drehbälle geübt und perfektioniert. Auch dank den drei extra eingeflogenen Star-Trainern der MU13 und FU16 war die Disziplin hoch und die Motivation noch grösser. Nach beachtlichen fünf Stunden Training traf man sich also am Abend wieder, um sich gegenseitig im Ping-Pong zu messen. Nach langen und erbittert geführten Duellen, zahllosen mit schweissigen Händen geschlagenen Schmetterbällen und mit ausgetauschten Adiletten gelang es schliesslich der amtierenden Titelverteidigerin M.J. (Name der Redaktion bekannt) erneut alle ihre Gegner in Grund und Boden zu spielen. So musste nach der Siegerehrung nur noch aufgeräumt werden, bevor Ruhe im Sportzentrum einkehrte.  

Am Sonntag hatten sich die Blicke am Frühstückstisch keineswegs verändert. Lediglich ein wenig Schmuck in Form von Augenringen wurde hier und dort zur schau gestellt. Doch es war auch verständlich, dass sich die Begeisterung zuerst noch in Grenzen hielt, denn ein Sturm war angesagt und das gemeinsame Baden am See konnte am Nachmittag somit nicht stattfinden. So trugen sich die Spieler*innen nach absolvierten Morgen-Trainings also im Wahlprogramm ein: Von Volleyball und Wasserball über Trampolin springen und Gämschen bis hin zur Theorielektion mit Bär war für alle etwas dabei. Während also draussen der Wind peitschte und der Hagel auf die Dächer niederprasselte wurden erneut die Batterien aufgeladen, denn die berühmt-berüchtigten Allstar-Games standen an. So wurde am letzten Abend in drei Partien à 40 Minuten auf allen Altersstufen noch einmal Handball gespielt. Nicht nur konnten nun einmal die Junior*innen als Trainer die Leiter zusammenstauchen, wenn diese mal wieder einen Fehlpass gespielt hatten, aber auch ganz spektakuläre Würfe wie ein rückwärts zwischen den Beinen gespielter Ball, der zwischen die Beine des Torwarts platziert wurde, konnten begutachtet werden. Nachdem sich nun alle komplett verausgabt hatten, könnte man meinen, dass es nicht lange dauerte, bevor alle in tiefen und hart verdienten Schlaf fielen. Dem Grossteil des Lagers erging es auch so, doch zwei Gruppen waren aus mysteriösen Gründen erst nach einigen Runden auf der 400m-Bahn, Plancks und Wandsitzen genug erschöpft und durchnässt, um einschlafen zu können.  

Zum letzen mal also bestaunten wir die Nuancen der Schatten unter den Augen der Kinder und waren verblüfft, wie man mit so schmalen Augen doch noch erkennen konnte, wo denn der Orangensaft stand. Noch einmal traf man sich in der Halle, um ein Abschlusstraining auszutragen, bevor unsere Gaumen erneut verwöhnt wurden. Mit der traditionellen Diashow wurden noch einmal die lustigsten und schönsten Momente des Lagers rekapituliert, bevor vor dem Haupteingang noch zu Macarena und Cotton Eye Joe getanzt wurde. Kurz darauf trafen auch schon die Linienbusse ein, die uns zurück an den Bahnhof Näfels-Mollis bringen würden und so verabschiedeten wir uns vom Sportzentrum, in heisser Vorfreude auf das nächste Trainingslager.                  

15 Leiter, 3 extra Trainer und 68 Kinder